Dienstag, 25. Januar 2011
"Do you know where i can find the rape?"
Vorwort:

Hach, schöne Kategorien die ich hier mache!Könnte man fast als wissenschaftliches Buch veröffentlichen.

Jetzt wartet ihr natürlich alle schon ganz gespannt, was denn diesmal Tolles kommt ;) Nun, ich dachte mir ich könnte mal ein paar Bilder posten und euch Stadt und vor allem ein paar Leute hier etwas besser vorstellen, während sich meine Wäsche im Trockner der Feuchtigkeit entledigt. Here we go!

Några personer!

Hier stellen sich nun ein paar Personen vor, mit denen ich in den letzten Tagen zu tun hatte, habe nämlich angefangen meine Kamera mitzunehmen und schlechte Fotos zu machen :)



Guten Tag!Ich bin Karl. Wie man vielleicht sehen kann komme ich aus den USA!Deshalb erzähle ich auch den ganzen Tag von meinem Penis, liebe dämliche amerikanische Sportarten und verstehe kein Wort, wenn kein Englisch gesprochen wird. Ich bin hier so etwas wie das Alphamännchen, auch wenn ich das nie von mir behaupten würde. Gemeint ist das aber eher in einem netten Sinne: ich bin stets hilfsbereit, egal worum es geht, extrem kommunikativ und ohne mich und meine Anstrengungen würde die Wohnung wohl schon längst im Müll versinken!Ich bin immer für einen Spaß zu haben, eigentlich mache ich mich den ganzen Tag über alles und jeden lustig, zumindest bei denen, wo ich weiß, dass sie mir schlagfertig antworten werden. Unglücklicherweise vertrage ich leider so gar keinen Alkohol und habe erst in Schweden das erste Mal wirklich getrunken. Wenn ich dann betrunken bin liege ich auf dem Korridorboden, starre die Decke an und wundere mich, wie man wohl zum Mond schwimmen kann. Scheint in meinen amerikanischen Genen zu liegen. Studieren tu ich übrigens Journalismus!Feel free to visit my beautiful room and see me playing the sax, skyping with my parents or even hosting Italians that search for the rape at high school, because they don't know the differences between some English words.



Hi there!Ich bin Vallentin. Manche mögen vielleicht denken ich wäre ein bisschen schüchtern, aber eigentlich bin ich so ziemlich die coolste und sarkastischste Socke der Welt. Man merkt das vielleicht erst nach ein zwei Tagen, aber dann geht's ab!Auch wenn das teilweise selbst Mitbewohner länger nicht wussten, bin ich eigentlich Schwede. Man sieht es mir zwar kaum an, aber ich habe ebenfalls koreanische Einflüsse. Nach Schweden sind meine Eltern dann gezogen, um es mal so richtig warm zu haben, in Russland war es nämlich auf Dauer auch nicht so schön!Gitarre spiele ich natürlich auch. Studieren tu ich Physiotherapie, hasse aber alte Menschen und Kinder. Einer meiner zahlreichen Vorzüge ist sicher, dass ich durchaus gerne mal Leute vom Balkon aus zehn Minuten lang anschreie, ungefähr so, wie ich auf meinem einmaligen Trip in Deutschland komisch aus dem Auto angeschriehen wurde!War mir nicht sympathisch, aber wenigstens habe ich mir ein paar gute deutsche Beleidigungen gemerkt, die es wirklich in sich haben!Achja, Jägermeister mag' ich auch ziemlich gerne.



Hej Hej!Ick haiße Julia. Ich komme aus dem nördlichsten Schweden, weshalb mich viele Schweden leider foppen, wenn sie meinen Akzent hören. Obwohl sich Deutsche Möchtegern Schwedischsprecher schwerer tun, das zu erkennen, würde ich eigentlich lieber mehr Englisch hier sprechen, um es besser zu lernen (auch wenn man kaum merken würde, dass ich kein Muttersprachler bin). Wenn ihr mich mal besuchen wollt habe ich einen unerschöpflichen Vorrat an Alkoholika in einer geheimen Schublade, bin auch gerne mal bereit unvorbereiteten Austauschstudenten einen Abend auszuhelfen und ihnen einen schönen Abend zu bescheren. Habe da mehrere geheime Aktionen auf Lager!Studieren tu ich sowas wie Maschinenbau, weshalb ich ein übermächtiges Buch namens Calculus habe, mit dem ich euch locker alle zu Tode prügeln könnte. Aber eigentlich bin ich ziemlich nett, auch wenn ich es durchaus in mir habe!



Heyho, ich bin der Micke. Ich würde gerne mal Schwedisch-Lehrer werden, weshalb ich die Schweden hier auch immer zwinge doch bitte ihre Heimatsprache zu verwenden, wenn deutsche Ausstauschstudenten in der Nähe sind. Nötig hätte ich das aber nicht, da ich eigentlich durchaus ziemlich amerikanisch wirke und ebenfalls auf komische Sportarten stehe. Gemeinsam mit Karl halte ich die Fahne für eine saubere Küche hoch!Ich steh' ja weiterhin total auf Stoner und Metal, kenn mich aber durchaus auch mit anderer Musik aus. Wenn ihr wollt könnt ihr gerne zweistündigen Nerd-Gesprächen über Gitarren auf Schwedisch zuhören, wenn Leute mir sagen, meine Gitarre wäre scheisse. Dann wrestle ich auch mal gerne auf meinem Bett, leider merke ich es selten, wenn mir die blöden Deutschen dann Stifte in mein Handwerker Ritzchen stecken. Erst nach zwei Stunden.



Hallo, ich bin die Lin. Ich bin auch eine Schwedin, wie Vallentin werde ich aber leider auch sehr häufig diskriminiert, meiner asiatischen Einflüsse wegen. Leider habe ich dadurch auch ein Gen zu wenig, was nach Alkoholkonsum zu der in der Fachterminologie als "Schradepest" bezeichneten Rötung des kompletten Kopfes führen kann. Wenn ich dann ein paar Wein intus habe kann ich manchmal sehr emotional werden, zum Glück hilft mir dann Micke, mit dem ich glaube ich zusammen bin. Ist nur blöd, dass ich net in derselben Wohnung lebe wie er, aber eigentlich bin ich trotzdem oft hier.



Jetza!Sag mal gibt's hier eigentlich keine Deutschen mehr oder was?Ich komme ja aus Speyer und fühle mich manchmal bissl fremd hier unter den ganzen Ausländern ... wobei ich eigentlich froh bin, hier wenig mit Deutschen zu tun zu haben, um mein manchmal komisches Englisch aufbessern zu können!Leider kam mir da jetzt der Hannes dazwischen, was aber net so schlimm ist, da wir eh meist von anderen umgeben sind und dann auch ganz normal Englisch sprechen können. Für die ein oder andere Lästerei, Verständnisklärung oder Insider ist es trotzdem ganz nett, Deutsch zu können. Bin auch bissl ein Musiker und hab' glaube ich 'nen recht guten Geschmack. Außerdem bin ich immer hilfsbereit, wenn so manche Leute mal wieder unfähig oder aufgeschmissen sind ...
Studieren tu' ich ja eher so Kulturanthropologie und so, ne!Vielleicht aber immer noch irgendwann Medizin, weiß auch net so recht. Vielleicht eröffnet sich mir aber eine ganz neue Möglichkeit, wenn ich mehr Afrikaans kann, bisher habe ich schon erstaunliches Talent bewiesen!



Heeey, Suzanne mein Name. Also eher so "SuusAAAAHnn". Komisch?Naja, ich komm' ja auch aus Südafrika und muss mich hier erstmal daran gewöhnen, dass man öffentliche Verkehrsmittel benutzen kann ohne dauernd Angst zu haben oder zerquetscht zu werden. An sich fühlt sich das hier alles sehr wohl und sicher für mich an. Bloß Shit, ist das kalt hier!Glaube ich schlag' mich aber ganz gut bis jetzt. Kann glaub' recht gut kochen und lade gerne mal Leute ein. Außerdem steh' ich ja so total auf pink. Aber Vorsicht: das heißt net, dass ich nicht 'ne ganze Menge weiß oder nicht schlagfertig bin!Bin auch sehr froh, dass ich wenigstens eine Freundin von zu Hause mitgebracht habe, so können wir zusammen die Andersartigkeit hier erfahren!



Ooooohja Suzanne, du sagst es!SCHNEEEEEEE!!!Wir haben das noch nie im Leben gesehen oder gefühlt, weshalb wir auch jedes Mal komplett ausrasten, wenn es schneit und kindische Freunde beim Rumtollen haben. Aber ich glaube die deutschen Jungs mögen das ganz gern!Achja, Verzeihung, heiße übrigens Nadia. Spricht man aber eher wie "Naughtya", weshalb ich schon einen Spitznamen habe, der zumindets laut meinem Selbstverständnis gar net so gut passt. Manche denken da ja aber anders...bissl komisch!Warum ich das so komisch ausspreche?Nunja, meine Muttersprache ist ja Afrikaans. Deshalb kann ich gemeinsam mit Suzanne versuchen, diese komische Sprache, die manchmal sogar bissl nach Schwedisch klingt und 100 Dialekte hat auch anderen hier beizubringen. Auch wenn's nur Kack Prat ist!Über Sprache oder Nation kann man sich mit uns übrigens super und intensiv unterhalten, wir glauben ja auch, dass es zumindest mit Leuten, die halbwegs aus der westlichen Welt stammen keine Rolle spielt, woher man kommt, sondern eher wie man drauf ist!



Guten Tag!Wir sind verdammt nochmal die Polizei hier, das heißt wir wurden vom Staat mit dem Gewaltmonopol ausgestattet, um ebendiesen und seine Autorität notfalls zu verteidigen. Irgendwie interessiert das auf diesen Wohnheimparties aber offensichtlich niemanden. Menno :(



Wir sind son paar Betrunkene, wo geht's denn hier raus?



Hi, ich bin der Hannes aus Deutschland!Warum musste ich nur diese verdammt schweren Pakete hier hochschicken???Die Bushalte ist doch viel zu weit weg vom Paketshop!!!Zum Glück halten wir Deutschen zusammen und packen an. Außerdem sieht dank diesem Zeug mein Zimmer nun endlich mal etwas gemütlich und bewohnt aus. Langsam wird's!Am meisten habe ich mich heut aber über mein neues Efterklang Poster gefreut :)

.... und natürlich über meinen neuen Hund!





Några platser!

Hier mal ein wirklich nur klitzekleiner und überhaupt nicht repräsentativer Ausschnitt aus ein paar Plätzchen in der Stadt. Sorry für die teilweise miese Quali. Und sorry wenn sich was wiederholt, versuche nur zur Zeit diese echt einzigartige Lichtstimmung bissl einzufangen!



Domkirche. Sieht man von überall aus --> guter Orientierungsplatz, v.a. wenn man mitm Radl in die Stadt will!Größte Kirche Schwedens. Superschön und mieser Fotograf.



Mein Institut. Da habe ich glücklicherweise alle Kurse drin --> gefällt :)



Manchmal gibt's hier echt mal Licht!



Kalt isses trotzdem ...



Aber das freut uns Enten :) Quak!So'n gefrorener Fluss ist echt viel weniger anstrengend.



Ein Kaffe zum Aufwärmen ist natürlich auch nie verkehrt. Vor allem in so einem schönen Stübchen und mit endlos Nachfüllen!

... da übersteht man die Nacht besser!







Will you follow me into the Dark?See you soon!




Donnerstag, 20. Januar 2011
Välkommen till Sverige!
Erste Eindrücke

Vorwort:


So, nun beginne ich hier also endlich mit meinem angekündigten Blog. Es sei gleich erwähnt, dass ich mit sowas noch keine Erfahrung habe, daher entschuldige ich mich gleich mal für etwaige Unkorrektheiten (jaja Pius, Unkorrektheiten!) und mögliche Langeweile beim Lesen. Werde versuchen, euch einen guten Eindruck von hier zu vermitteln und freue mich über Feedback jeglicher Art, also ruhig sagen, was Mist ist und was vielleicht auch gut ist!Desweiteren fände ich es cool, wenn ihr das Zeug von Zeit zu Zeit mal kommentieren würdet, Fragen zu Beiträgen jeglicher Art sind ebenso erwünscht!

Dann fangen wir mal an. Denke ich versuche euch erstmal einen thematisch geordneten Überblick über meine bisherigen Erfahrungen und das Leben hier zu geben. Sorry, dass ich erst so wenige Bilder habe, werde in den nächsten Tagen versuchen mehr davon zu machen, bin bis jetzt aber noch nicht wirklichd azu gekommen gute zu machen, daher müsst ihr mal mit dem hier Vorlieb nehmen.

Anreise:

Nachdem wir am Freitag noch gebührend in Tübingen gefeiert haben sollte es also am nächsten Morgen losgehen. Worauf ich mich jetzt schon Monate vorbereitet habe sollte endlich beginnen. Passenderweise war ich nach ca. 5 Stunden Schlaf vollkommen verwirrt, als der Wecker mich um 8.00 rausklingelte. Was ist los?Warum ist mein Zimmer so leer?Ah, da war doch was ...
Die Fahrt nach Memmingen war dann eigentlich optimal, vielen Dank nochmal an Pius und Marie fürs Mitkommen, hoffe die Heimfahrt hat trotz der etwas desolaten Lage gut geklappt!
Das Wetter war ja echt wunderschön, so konnte ich noch ein bisschen Sonne tanken. Desweiteren waren die Alpen genial zu sehen, was ihr vielleicht hier erkennen könnt, wenn ihr etwas genauer hinschaut:


Der Flug war soweit angenehm, hatte nur net bedacht, dass Ryanair keine gratis Getränke serviert, weshalb ich mich von Zeit zu Zeit auf dem Klo mühen musste an den Wasserhahn zu kommen ...
Der Flug ging relativ schnell, Sigur Rós haben mal wieder den passenden Soundtrack geliefert und für Gänsehaut gesorgt.
Und nach zwei Stunden geschieht es endlich: wir durchbrechen die Wolkendecke und die wunderschöne Winterlandschaft Schwedens breitet sich vor meinen Augen aus. Unvergessbarer Anblick und wohl der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich jetzt definitiv hier bin. Gestrahlt :)


Erste Schritte:
Nach der Ankunft dann der Weg nach Uppsala. Erste deutsche Austauschstudentin aus Stockholm bis eben dahin getroffen und gelabert. Nett. Dann mit dem Bus weiter. In Uppsala angekommen erstmal zurechtfinden und mit dem Taxi meine Schlüssel abholen gegangen. Taxifahrer waren sehr nett und das Beste daran war: bis jetzt konnte ich mich mit allen Schweden gut unterhalten. Der Taxifahrer meinte, ich habe einen dänischen Dialekt (was Blödsinn ist). Konnte selbst auch bissl Deutsch.

Nachdem ich dann alles zusammenhatte also auf zur Wohnung. Tür geöffnet und mittendrin im Gewusel. Sehr freundlicher Empfang und das Beste: absolut gemischte WG. Schweden, Amis, Italiener, Kanadier. Hat sich gleich sehr heimelig angefühlt und über die Instandhaltung afgeklärt worden: jeder räumt seinen Scheiss selbst weg und fertig. Top!
Auf einem Korridor wohnen jeweils 12 Leute. Die Türen werden hier normalerweise offengelassen, sodass man stets reinspazieren kann, wenn man möchte. Sympathisch :)
Flogsta ist die größte Siedlung von Wohnheimen hier. Schaut bissl aus wie WHO, nur sehr viel sympathischer, und absolut wahnsinnig. Dazu gleich mehr.

Flogsta:
Einen prägenden Eindruck von hier konnte ich bereits am ersten Abend bekommen. Hier isses Tradition, dass um 22Uhr alle von den Balkonen schreien. Wie ein Muezzin in kränker!Die Balkone sind hauptsächlich dazu da, Dinge davon runterzuwerfen. Egal ob Fahrräder, Sofas oder einfach nur Kippen: "feel free to throw everything you want down there!". Gut zu wissen. Deshalb hat mein Zimmer seit der letzten Party auch keine Couch mehr im Zimmer, weil die da wohl jemand rausgeschmissen hat. Dementsprechend leer sieht's aus. jedes Zimmer hat ein eigenes Bad, was sehr praktisch ist. Hier mein Hauptzimmer, mehr Bilder in der Galerie.


Mit einem deutschen Wohnheim ist das hier indes wirklich gar nicht zu vergleichen. So zeigte auch die erste Party direkt nach der Ankunft. Aufzug fährt hoch, Musik immer lauter, Türe öffnet sich: ca. 100 Leute auf engstem Raum, DJ Set aufgebaut, Motto: Pirat (der Gastgeber hatte hier beim Holzhacken ein Auge verloren und seither eine Augenklappe). Nach einer Stunde rauchen alle. Genialster Elektro. Gleich mit allen möglichen Leuten und Nationalitäten geredet. Hat sich großartig angefühlt :)

Nationen, Partys, Alkohol:

Eine Eigenheit hier sind definitiv die Nationen. Ursprünglich errichtet, um unrühmliches Betragend er Studenten an deren Heimatkriche weiterleiten zu können, sind sie heutzutage der Dreh- und Angelpunkt aller studentischer Aktivitäten hier. Es gibt glaube ich 13 davon, die Größe variiert zwischen 5000 und 500 Mitgliedern. Aha, super Hannes, aber was machen die jetzt?
Nun, erstmal ist zu sagen, dass jeder Student mindestens einer beitreten muss. Das kostet dann einen Semesterbetrag (meine ca. 28€), dafür kommt man umsonst auf die Partys und vergünstigtes Essen. Jede Nation hat nämlich ihren eigenen Pub, dort kann man Essen, sich mittags zum Kaffeekränzchen treffen und es gibt regelmäßig Partys. Desweiteren organisieren die auch viel für die Uni, mein Nationsausweis ist z.B. gleichzeitig mein Studentenausweis.
Die Woche haben die sich also erstmal alle vorgestellt, habe mich heute für die Kalmar Nation entschieden. Die ist zwar eher ziemlich klein, der Pub dort ist aber wirklich super, die Partys klingen von der Richtung ziemlich ansprechend, die Atmosphäre war nett und v.a. ist dort alles ziemlich auf Musik ausgelegt. So gibt es z.B. desöfteren mal eine Open Mic Night, wo sich scheinbar schon mehrere Bands draus entwickelt haben, 2 Chöre und öfters mal Live-Bands. Könnte mir gefallen dort!
Die Nationen sind übrigens auch der einzige Platz, wo man sich den Alkohol halbwegs leisten kann. Denn entgegen meiner Erwartung kursiert hier leider kaum bis gar kein illegaler Alk. In den Nationen sind die Preise vergleichbar mit z.B. dem Bierkeller: zwischen 24 und 30 Kronen!Vielleicht werde ich mal eine Bootstour nach Estland oder Finland machen, da gibt's dann Alkohol zu normalen Preisen zu kaufen und die Dinger sind spottbillig. Mal schauen.
Party gibt's hier jedenfalls dementsprechend eigentlich jeden Tag en masse, da die Nationen alle andere Tage für ihre Partys haben. Außerdem sind die Pubs gerade jetzt immer voll!Doch was bringt einem das, ohne jemanden zum Hingehen?

Kontakte knüpfen:

Ich weiß nicht, ob es an meiner Rolle als Austauschstudent liegt oder ob sich Uppsala wirklich sehr von anderen Städten unterscheidet, jedenfalls ist es hier unheimlich leicht, Leute kennenzulernen. Und das beste ist: hier ist es absolut international. Man trifft wirklich ständig Leute aus aller Welt und hat sehr schnell die Möglichkeit etwas über andere Länder und Kulturen zu erfahren. Am besten komme ich momentan mit einer Gruppe aus, die ich am Montag im Kalmar Pub getroffen habe. Unglücklicherweise sind da jetzt 2 deutsche Jungs und ein Mädel dabei, was ich ja eigentlich net wollte. Macht aber in der Beziehung keinen Unterschied, da die anderen Leute aus Südafrika, USA und Griechenland sind. Gestern hatten wir 'ne Art "Kneipen/Nationen"-Tour und waren dann 'ne ziemlich große Gruppe, wirklich aus aller Welt jemand dabei!Das beste: große Übereinstimmungen, was Musik angeht. Gestern schon alle total erfreut drüber gewesen, wie viel da übereinstimmt :) Ebenso wirklich gute Gespräche über Nation, Sprache, Feminismus etc. gehabt --> passt!

Sprache:

Eine der interessantesten Änderungen, die man hier bei sich bemerkt ist natürlich die Sprache. Es kann manchmal wirklich sehr verwirrend sein, ständig zwischen drei Sprachen zu wechseln und man schiebt das ein oder andere Wort aus einer anderen Sprache wo ein, wo es definitiv nicht hinsollte ^^ Deutsch spreche ich zum Glück wirklich sehr selten, dementsprechend hat sich mein Englisch bereits nach ein paar Tagen rapide verbessert und es macht total viel Spaß sich immer so zu unterhalten, obwohl kaum jemand Muttersprachler ist. Überraschend ist, wie gut es hier wirklich alle können!
Schwedisch ist nochmal 'ne andere Sache. Mit manchen klappt es super, viele fangen aber auch gleich an Englisch zu sprechen, wenn sie merken, dass man kein Muttersprachler ist. Das ärgert einen dann bissl, aber mache ich in D gleich!Ebenso oft reden sie dann einfachd rauflos, wenn man auf Schwedisch beginnt und man versteht kein Wort. hab' mir jetzt aber angewöhnt dann einfach zu fragen, ob man bissl langsamer sprechen könnte und dann geht das meist auch gut. Hängt auch echt immer vom jeweiligen Dialekt und Sprechstil ab, gestern habe ich mich z.B. 30Min mit einer Schwedin vollkommen problemlos unterhalten, danach haben wir auf Deutrsch geswitcht, was sie auch sehr gut konnte. Ich denke anch ein paar Monaten wird das echt gut gehen, hoffe ich zumindest :) Ist auf jeden Fall eine supergeile Erfahrung und ich bin auch überhaupt net nervös die Sprache zu benutzen oder so!

Uni:

"Du blöder Arsch, du bist eigentlich zum Studieren da hoch und schreibst jetzt nur von Party und Leuten ..." mögen sich jetzt viele denken, vor allem diejenigen, die gerade fleißig auf die Prüfungen lernen müssen.
Mit Uni ist hier in der Tat recht wenig, habe nur zwei mal pro Woche Kurs derzeit und sonst nichts. Allerdings gibt die einem Unmengen an Literatur auf, so in der Größenordnung von ca. 2 kompletten Fachbüchern in 4 Tagen. Glaube es ist aber ziemlich unnötig, das alles zu lesen. Vielleicht habe ich aber auch den Vorteil, dass mir vor allem meine "Comparative Politics" Vorlesung samt Klausurvorbereitung aus dem letzten SS zugute kommt, unbekannt ist mir in dem "Swedish Politics Kurs bisher nur sehr wenig. Nächsten Freitag werden wir den Reichstag in Stockholm besuchen, worauf ich mich schon riesig freue :)
Insgesamt bleibt aber zu sagen, dass ich befürchte das Studieren hier bissl zu vernachlässigen, weil das hier Standard ist und man v.a. wohl recht leicht durch die Kurse durchkommt (statt Noten nur bestanden, sehr gut bestanden, durchgefallen). Wir werden sehen!Momentan will ich aber lieber Spannenderes hier erzählen ;)

Stadt und Wetter:

Zuguterletzt noch was über die Stadt. Mit einem Wort: Wunderschön!Ist eine ziemlich gelungene Mischung aus traditionsreicher Altstadt / Architektur und moderner Stadt mit Einkaufspassage und so. Erinnert vielleicht etwas an Heidelberg oder Tübingen, hat aber dennoch etwas ganz Eigenes!Vor allem kulturell ist hier eben durch die ganzen Studenten und Nationen unheimlich viel geboten.







Fortbewegen tut man sich entweder mit dem Bus oder Fahrrad. Hab gestern das vom vormaligen Besitzer meines Zimmers für 400SEK abgekauft (er wohnt grad übrigens in der Sauna und geht morgen erst heim, samt einer Freundin von ihm, die auch hier wohnte). Allerdings bin ich momentan total im Sack, Radfahren einfach nimmer gewohnt. Zudem ist es bissl tricky, da alles vereist ist. Wenn man aber vorausschauend fährt und nicht bremst aber alles kein Problem!Busvebrindungen sind indes auch gut, aber eben wesentlich teurer auf Dauer (Monatskarte: 350SEK). So wie hier allgemein alles sehr teuer ist (v.a. Tabak: 50g Drum = 145SEK). Eine zu erwähnende Besonderheit wäre vielleicht noch, dass man hier wirklich total elektronisiert ist!Mit Karte kann man echt überall zahlen, selbst in den Nations Pubs. Der Vorteil: auch mit ausländischer Karte kostet das Ganze keine Transaktionsgebühr. Ebenso kann man Bustickets per SMS kaufen: einfach SMS mit "UU" schicken, erhaltene SMS dem Busfahrer zeigen, Betrag wird vom Guthaben abgebucht.

So, hoffe meine kleine Einführung hat euch gefallen und mancher hat bis hierhin durchgehalten. Falls ihr Fragen habt einfach Facebook, Email, Telefon benutzen, werde gerne versuchen sie zu beantworten :) Neue Handy Nr.: +46704071056

Liebste Grüße an alle :)

P.S.: Werde mir bald ein Headset kaufen, sodass wir skypen können!
P.P.S.: Meine Heizung funktioniert nicht ... dafür kann ich im Zimmer rauchen. Ab morgen hab' ich dann auch eine Decke ;)
P.P.S.: Wetter ist verhältnismäßig warm, ca. 0 bis -5°. Tageslicht auch kaum merkbar, bis 16-17 Uhr hat man das. Alles kein Ding :)