High pressure hoes feed on the Kanederli cheese with a spooky Klämrisk explanation mark!
Entré
Bonjour mes amis!Ja, ihr denkt mittlerweile vermutlich ich bin tot ... wobei ihr bei all dem Sommerwetter und Grillorgien vermutlich ohnehin keine Zeit habt euch Gedanken über diesen komischen Kerl zu machen, der so doof war in ein kaltes nordliches Land zu gehen, das wie ein Penis aussieht und daher alles bei euch verpasst. Chapeau!Nichtsdestotrotz werde ich versuchen für die Stubenhocker unter euch, die hin und wieder mal einen PC benutzen meinen letzten Monat zusammenzufassen. Und glaubt mir, das wird eine Mammutaufgabe für mich, weil seit meinem letzten Eintrag einfach nur so unglaublich viel passiert ist.
Fangen wir vielleicht mal mit dem Wetter an, um euch eine hämische Freude zu bereiten, bevor ich euch hoffentlich neidisch machen kann.
In Deutschland gibt es ja diesen Begriff vom berüchtigten Aprilwetter. Dies ist die beste Gelegenheit, diesen offiziell für Humbug zu erklären!Seit Anfang März fühlt es sich hier bereits so an, als wäre der Frühling am Kommen. Der Körper stellt sich in erwartungsvoller Vorfreude und unter zusätzlicher Ausschüttung von noch mehr Glückshormonen darauf ein und verleitet einen dazu, den schönsten Teil des Jahres mit einer schönen Radfahrt zum nächsten Supermarkt und anschließendem Verbringen des Tages auf einem der wunderbaren Flogsta Dächer feierlich zu begrüßen.
Tja, damit man aber nicht vergisst, dass man hier in Schweden ist und der Golfstrom nicht alles für einen regeln kann schneit es dann die nächste Nacht einfach mal wieder ... gefolgt von Regen am nächsten Tag. Checkliste: [x] "Frühling", [x] Winter, [x] Herbst, [x], [ ] Sommer. So geht das jetzt schon seit einem Monat. Immerhin ist der Schnee aber mittlerweile eigentlich überall verschwunden und die Flüsse tatsächlich dauerhaft von Eis befreit!
Achtung, Vergleichsbild für Polypsalat Insider:
Und hier vielleicht ein Bild, das das ganze Dilemma zusammenfasst:
Aber ich bin ja mittlerweile ein Schwede und kann das (noch?) gelassen nehmen, Deutsche haben da so eher ihre Probleme mit ...
Nun denn, was bleibt einem bei dieser Nichts-Halbes-Nichts-Ganzes Sache denn als Lösung übrig?Nun, eine bescheidene Möglichkeit wäre doch eigentlich ein kleiner Trip nach Lappland ...
Erblicke die Töchter des Firmaments! (Nordlichter)
Falls ihr chronologisch gerade verwirrt seid, hier die bisherige Landkarte: Dach war am 31.3., die Flussbilder und so von vor paar Tagen und Tobi kam direkt nach meinem Kiruna Trip. Der war vom 18.3. bis zum 22.3. (glaube ich zumindest).
Nun denn, wollen wir mal anfangen hier mal nicht nur um Bilder herumzuschreiben. Fällt hier auch etwas leichter, da ich Schlaumeier meinen ganzen Akku mit fragwürdigen "Landschaft ausm Zug heraus Filmen"-Videos entleert habe, sodass ich genau 5 Bilder am Bahnhof von Kiruna machen konnte. Glücklicherweise hatten wir einige ziemlich gute Fotografen dabei, deren Bilder ich aber leider noch nicht habe. Von daher müsst ihr mit dem auskommen, was ich bisher so auftreiben konnte, eventuell mache ich später mal ein separates Album, weil wir wirklich unglaublich viele geniale Bilder (auch von den Nordlichtern!) haben, die diese einzigartige Umgebung zwar selbstverständlich niemals hinreichend einfangen können, euch aber zumindest einen kleinen Eindruck verschaffen könnten.
Für alle Nicht-Schweden Insider eine kleine Hilfe, wo wir waren:
Kiruna ist so ziemlich das einzige, was man im Norden Schwedens überhaupt als Stadt bezeichnen könnte. 20.000 Einwohner leben dort und das hat auch seinen Grund: neben Tourismus lebt die Stadt hauptsächlich von der größten Eisenerz-Mine der Welt, die praktisch alles dort prägt.
Wie ihr ebenfalls seht ist das ein ziemlich langer Weg, locker nochmal so weit von Uppsala, wie ich von Deutschland hierher geflogen bin. Dementsprechend lange ist die Zugfahrt: um kurz vor 19 Uhr hier weg, um 10.30 am nächsten Tag angekommen. Zum Glück lässt es sich in so einer Zugkabine eigentlich ganz gut aushalten und jede davon ermöglicht bis zu sechs Leuten einen halbwegs angenehmen Schlaf:
Da ich um 5.00 nicht mehr schlafen konnte beschloss ich mich in das Zugabteil für Normalreisende zu setzen und mir einen Eindruck von Schwedens Landschaft zu verschaffen. Das Ergebnis war dann leider recht enttäuschend, zu sehen war hauptsächlich gähnende Langeweile in Form von immer denselben Bäumen. Mit dem geruhsamen "Auf sich Wirken-Lassen" zu den Klängen von Sigur Rós (was sonst) war dann nach ca. einer Stunde auch Schluss, als eine Kinder Hockey Mannschaft das Abteil stürmte. Glücklicherweise wachte der Rest dann so ab 9 auf und die Landschaft wurde gleichzeitig auch endlich interessanter. (stümperhaft, ich weiß, aber irgenwie muss ich das Material ja verwenden, wenn es mich schon den Akku gekostet hat)
Endlich in Kiruna angekommen ging es voller Energie erstmal auf die Suche nach unserem Hostel.
War ziemlich schnucklig das Teil und ideal für eine Nacht!Zeit zum Einziehen hatten wir aber kaum, da es danach gleich aufging zum berühmten Eishotel. Zum Glück blieb vorher noch genug Zeit um kurz ein bisschen Proviant und Abendessen im Supermarkt einzukaufen, die Entscheidung für einfache Pizza erwies sich später übrigens als goldrichtig.
Das Eishotel also. Ich muss sagen ich war bereits im Vorraus skeptisch, ob ich dort überhaupt hinmöchte, weil es auf mich eher den Eindruck machte als wäre das eben die typische Tourisenattraktion, die im Prinzip jeder besucht, um sagen zu können mal dagewesen zu sein, letztlich aber wenig mit der dortigen Lebenswirklichkeit oder dem Gefühl, für das ich nach Nordschweden ging zu tun hat. Im Prinzip hat sich meine Meinung auch durchaus bestätigt: um in das Teil überhaupt reinzukommen muss man erstmal 180 Kronen löhnen und eigentlich gibt es meiner Meinung nach nichts wirklich Aufregendes dort zu sehen, sind eben modellierte Skultpuren und Betten aus Eis in verschiedenen Zimmern die zwar ganz nett anzuschauen sind, mir persönlich aber doch recht wenig geben. Dementsprechend hatten ich und Simon uns auch dagegen entschieden den Preis zu bezahlen, gelangten durch einen kosmischen Zufall aber durch eine Türe der Eiskirche, die eigentlich nicht offenstehen sollte hinein (was wir allerdings erst recht spät realisierten, wir dachten das wäre eben ein kleines "For Free" Ding, was einen dazu anregen soll in das richtige Hotel zu gehen). Wir sind dann auch nach kurzer Zeit raus, die anderen sind aber ein Weilchen drinnen geblieben, weshalb ich euch ein paar Bilder nicht vorenthalten möchte:
Ich und Simon haben uns derweil damit vergnügt hinter das Hotel runter zum See zu laufen (der natürlich nicht als solcher zu erkennen war) und die unglaubliche Weite und das geniale (und mit max. -4° auch gar nicht kalte) Wetter bei einem erholenden Bananensnack zu genießen, während wir Leute beim Snowbiken beobachteten und später selbst den See erkundeten. Leider leider habe ich davon noch keine Bilder, aber dieses Erlebnis sagte mir dann doch wesentlich mehr zu und bei Strandfeeling auf einem gefrorenen See hatten wir schonmal eine verdammt gute Zeit!
Anschließend waren wir schon durchaus erschöpft, allerdings stand noch ein weiterer Punkt auf unserem Plan: eine Führung durch die örtliche Mine.
Rein ging's mit dem Bus in ziemliche Dunkelheit, zehn Minuten später und ein erhebliches Stück tiefer konnte man dann aussteigen, nach einem kurzen Propagandafilmchen über die Geschichte der Mine und ihre vermeintliche Umweltfreundlichkeit folgte dann noch eine Führung, auf der einem Abbaumethoden, Geräte und anderer Kram nochmal genauer erläutert wurden. Insgesamt sehr interessant gewesen, vor allem das merkwürdige Gefühl so unheimlich tief unter der Erde zu sein und wie rasant sich das ganze entwickelt hat, von kleinem Abbau an der Oberfläche zu immer tieferen Stockwerken in derzeit 1300m. Diese Hybris zeigt dann auch ihre Folgen: da die durch das Entnehmen des Erzes entstehenden Lücken mit Gestein unter der Stadt gefüllt werden müssen ist mittlerweile klar, dass diese irgendwann einfach in den Grund einsinken wird. Darum wurde vom Stadtrat beschlossen, die ganze Stadt einfach nach und nach woanders hinzupflanzen. Das nenne ich Nachhaltigkeit!
Wer noch Energie hatte kam danach mit sich die Kirche von Kiruna anzuschauen, die als solche definitiv nicht von außen zu erkennen wäre. Den Zelten der nordischen Sami, den Ureinwohnern Lapplands, nachempfunden, erinnert diese eher an asiatische Tempel als an eine christliche Kirche.
Ziemlich erschöpft kamen wir dann zurück ins Hostel, wo wir uns erstmal Shitloads of Pizza reingezogen haben und danach Scharade gespielt haben, was auf Englisch nochmal seinen ganz eigenen Reiz entfaltet. Und obwohl wir schon ziemlich viel erlebt hatten war zumindest für mich eines klar: ich möchte heute das Nordlicht sehen. Man kann zwar nicht voraussagen, ob es tatsächlich kommt, geschweige denn wann oder wo, aber man kann anhand des Wetters abschätzen, wie wahrscheinlich es ist und ob es überhaupt möglich wäre, braucht man dazu doch einen freien Himmel. Da das Wetter aber den ganzen tag sonnenklar war beschlossen ich und Simon definitiv alles zu versuchen, um unsere Chance es zu sehen auch zu nutzen. Nachdem die anderen alle zu müde waren gingen wir also los und wanderten zur alten Mine, die in den 80ern stillgelegt wurde und deren Gipfel heute zu einer Skipiste umfunktioniert wurde. Diesen erklommen wir dann auch, zum Glück wurde der ziemlich steile Anstieg mit einer an sich schon tollen Aussicht über Kiruna, die Umgebung und die Schlucht der alten Mine belohnt. Perfekterweise bot ein Rohbau dort auch perfekten Unterschlupf, um sich vor Kälte und Wind etwas zu schützen, sodass wir ziemlich lange dort ausharren konnten und unsere Chancen erhöhten. Als nach einer halben Stunde aber noch immer nichts passiert war beschlossen wir dann doch wieder abzusteigen, bevor wir uns noch etwas abfrieren. Doch als wir über die Mine schauten fiel uns eine komische Wolke darüber auf, die sich zu bewegen schien. Zuerst dachten wir nach der dauernden Absucherei des Himmels einfach alles miszudeuten, aber nach einigen Sekun den war klar, dass das definitiv keine normale Wolke war. Also habe ich mich mal umgedreht auf die Seite ohne Lichtverschmutzung der Stadt und SCHEISSE, der ganze Himmel fing langsam an sich mit den Lichtern zu füllen. Da wir es gar nicht mehr erwartet haben sind wir natürlich vollkommen ausgerastet und auf die andere Seite des Gipfels gerannt, hysterisch und schreiend rumgesprungen und uns umarmt. Aus einem alten Brett haben wir uns dann eine improvisierte Bank zurechtgemacht und uns für eine halbe Stunde das Schauspiel am Himmel angeschaut, obwohl ich das Getränk hasse hat Jägermeister nie so gut geschmeckt wie in diesem Moment. Auch wenn der Vollmond uns wahrscheinlich nur die Hälfte des Ausmaßes erkennen ließ war das immer noch ein absolut einzigartiger Moment, der für mich wahrscheinlich für immer eine besondere Bedeutung haben wird und mich und Simon, der mittlerweile ein echt guter Freund geworden war denke ich auch irgendwie miteinander verbinden wird. Schön ist vor allem, dass die Lichter immer wieder schon fast verschwinden, dann aber ein kleiner Punkt woanders auftaucht und sich langsam wie in einem Band mit anderen neuen verbindet und über den Himmel wandert. Schwer zu beschreiben, von daher lasse ich es jetzt auch dabei sein, da ich ohnehin schon pathetisch werde ;) Wenn es 10 Dinge gibt, die ich in meinem Leben sehen möchte gehörte das aber auf jeden Fall dazu und wir waren beide einfach nur unglaublich froh, dass am Ende alles so perfekt für uns geklappt hatte und uns viele Zufälle am Tag das perfekte Timing verschafft hatten!
Nach einer wirklich extrem geruhsamen Nacht, in der ich und Simon fortwährend von den Lichtern geträumt haben war es am nächsten Tag auch schon wieder Zeit unser Hostel zu verlassen, sollten wir doch die nächsten 30 Stunden in einem einsamen Camp inmitten eines gefrorenen Sees eine Stunde entfernt von Kiruna verbringen. Also endlich die Wildnis, die ich mir von dort oben erhofft hatte :)
Doch wie kommt man an so einen entlegenen Platz?Ganz einfach: Hundeschlitten und Snowbikes!Nachdem wir alle mit passender Kleidung versorgt wurden und minutiös auf alle durch Fehlverhalten verursachte Gefahren hingewiesen wurden ging es nach ca. einer Stunde endlich los. War ziemlich spaßig und ein sehr cooles Erlebnis, auch wenn ich mir auf den Hundeschlitten ein bisschen doof vorkam, weil es den Eindruck machte, dass diese net allzu gut behandelt werden und einige auch etwas krank schienen, während man mit den Snowbikes eben auch net schneller fahren durfte, als die Hunde vorrennen können.
Nach ca. einer halben Stunde waren wir dann angekommen und mussten uns unseren Weg über den See zum Camp bahnen, das von Anfang an einen ziemlich gemütlichen Eindruck machte. Mit Ausruhen war aber erstmal nichts, Selbstversorger wie wir Schweden sind wurde erstmal ordentlich Holz gehackt und gesägt, damit wir unsere Hütten auch heizen können und zu später Stunde natürlich erstmal in der Sauna entspannen können!Neben den Hütten und der Sauna war das Camp außerdem mit einer feinen Grillhütte ausgestattet, für Essen war gesorgt (meist Elch oder Rentier, wobei ich Ersteres vorziehen würde!), was mich aber nicht daran hinderte regelmäßig kleine Snacks einzulegen, da ich noch nicht ganz nüchtern vor der Abfahrt unheimlich viel Mist eingekauft hatte und es mir dementsprechend leisten konnte ...
Da ich net wirklich Lust hatte den ganzen Tag nur im Camp zu vergammeln und meine Tagesration an durch die Todesschlittenbahn krankenhausreif verletztem Deutschmädel aus Stockholm schon befriedigt hatte, beschlossen wir einen kleinen Spaziergang zu machen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Insel auf der unser Camp sich befand doch ziemlich groß war, was uns eine doch recht ausgedehnte Tour entlang des teilweise aufgetauten Flusses über den See ermöglichte. Das war dann wirklich auch genau das nordische Wildnisgefühl, dass ich mir von dem Trip erhofft hatte. War einfach mal ganz wunderschön und wir waren alle ziemlich begeistert, wenn das Laufen net gerade mal wieder durch plötzliches Einsinken in 50cm Schnee unterbrochen wurde (was seltsamerweise beinahe ausschließlich Simon passierte ...). Eines der Highlights auf unserem Weg, der uns schließlich zum "Hafen" führen sollte war sicherlich die Rentierfamilie, die uns seelenruhig passierte und scheinbar nur gewartet hatte, damit wir verdammt nochmal aus ihrem Weg rausgehen. Traumhaft!
Nach dem Abendessen entfloh ich dann dem wirren Akkustikgitarrensingsang, den wir gestartet hatten, um mich abzukühlen. Natürlich könnt ihr euch schon denken, wofür es dann mal wieder Zeit war: the fucking Northern Lights, BAM!Anfangs noch ziemlich enttäuschend weil hinter einer großen Wolke verborgen steigerte es sich diesmal ziemlich, am geilsten war es wohl, als ich grad auf 'nem Rentierfell am Boden liegend beobachtete, wie es praktisch vertikal herunterschießt und fast schon eine Art Zelt über uns bildet. Ich beschloss dann diesen kostbaren Moment etwas antisozial mit Musikgenuss zu veredeln und mich ganz in mich selbst zurückzuziehen. Wie ein Zombie folgte ich dann nach 10min den anderen, die wohl beschlossen hatten sich das Ganze vom See aus anzuschauen und mein Gott was war das genial, mit Sigur Rós im Ohr einfach mal wieder (literally!) Nahtoderfahrungen gehabt und all die genialen Erfahrungen und Gefühle meines bisherigen Schwedentrips in diesem Moment kulminieren lassen. Ich bin dann auch noch ein Weilchen allein aufm See geblieben, nachdem das Licht weg war und die anderen zurückgegangen waren um mir von Untitled 8 standesgemäß den Verstand wegblasen zu lassen. Vollkommen beglückt und der Welt entrückt bin ich dann irgendwann doch zurück (dass ich meine letzte der rationierten Zigaretten aufgebraucht hatte störte dann auch gar net!), zu sprechen erschien mir aber für die nächste halbe Stunde irgendwie trivial, weshalb ich mich nur stillschweigend zum Rest in die Sauna begeben habe und mich selbst, die Leute um mich rum und einfach alles was es gibt zutiefst zu genießen. Die Sauna indes war auch ziemlich genial, man hält das zwar für Wahnsinn, aber es gibt keine bessere Methode dies zu tun, als sich regelmäßig draußen ordentlich im Schnee zu wälzen und wieder reinzurennen. Als unser Campväterchen sich später dazugesellte und den Ofen mal ordentlich einheizte und diverse Essenzen dazu gab und uns mit Eisblöcken versorgte war's dann wirklich die so ziemlich perfekte Sauna!Sauber geschwitzt und vollkommen zufrieden mit der Welt ging's dann ins Bettchen, zum Kaminfeuerlicht ließ es sich auch ganz wunderbar einschlafen und in der nördlichsten Einöde war es dann endlich auch mal wärmer als nachts in meinem verdammten Flogsta Zimmer, das grad schon wieder unheimlich kalt wird :)
Habe Bilder aufgetrieben :) Leider wurden die hier so stark komprimiert, dass sie total scheisse aussehen. Die Originale sind nämlich in supergenialer Top-Kamera Auflösung und einfach nur genial. Wer Interesse hat: http://www.flickr.com/photos/3bliss/
Nachdem sich das Eisfischen am nächsten Tag als ziemlicher Flop erwiesen hatte und wir noch ein paar schöne Stunden mit diversem Blödsinn und Grillen im Camp verbracht hatten ging's dann auch schon wieder zurück, natürlich wieder standesgemäß mit Schlitten und Snowbikes. Die Heimfahrt von Kiruna wurde später noch etwas anstrengend, da unser Zug erstmal 2h anhielt und wir dann in Busse umgeladen wurden um zum nächsten Bahnhof zu gelangen, was sich angesichts der Unmöglichkeit zu Schlafen dann doch ziemlich strapaziös gestaltete ... da konnte auch das Nordlicht ausm Bus heraus nix helfen. Nichtsdestotrotz war's im Zug extrem spaßig und wir hatten eine wirklich sehr tiefgehende und erfüllende Diskussion, die das danach irgendwie auch egal machte :)
Ihr seht also, das Ganze war eine ziemlich einzigartige Erfahrung für mich und ich war mal wieder auf einem neuen Glückshöhepunkt angekommen (wie hoch geht's eigentlich noch?). Achja, als ich dann endlich wieder in meinem Zimmer war und meinen Akku laden konnte musste ich feststellen, dass ich mich um einen Tag verschätzt hatte und Tobi schon wenige Stunden später ankommen sollte, was mich erstmal ziemlich geschockt hat ^^ Hat dann aber doch alles ganz gut geklappt, mehr dazu später. Achja, von Abreise Kiruna an bis zum letzten Montag war ich dann im Prinzip auch keinen einzigen Tag allein, was mich letzte Woche eine gewisse Einsamkeit doch sehr zu schätzen gelehrt hat :)
Nachdem das hier doch schon viel mehr Zeit (um genauer zu sein: die ganze Nacht) in Anspruch genommen hat höre ich für heute auf und update den Eintrag die nächsten Tage, wenn ich dazu komme. Ich denke ihr habt ertsmal genug zum Lesen und Schauen, auch wenn die Bilder hier grad leider überhaupt net rüberkommen)
Die Füchse unter euch werden merken, dass ich statt Vorwort diesmal ein Fremdwort benutze. War jetzt nämlich schon öfters in Stockholm und dachte ich muss mich nun etwas elitärer geben, um nicht aufzufallen. Der letzte Eintrag scheint mir zwar noch nicht so lange weg, ist aber faktisch bereits einen Monat alt. Dementsprechend dachte ich euch mal wieder etwas Polypsalat futtern zu müssen!Und da ich ziemlich viel zu tun hatte gibt's diesmal hoffentlich eine ordentliche Mastfütterung für euch, die werdet ihr fürs nächste Mal brauchen, wenn ich dann aus dem kalten Lappland berichte (18. - 20. März).
Die gute Nachricht: ich lebe noch. Die schlechte Nachricht: ich lebe noch. Da zu viel passiert ist in einem Monat beschränke ich mich diesmal auf 3 Punkte, von denen ich denke, dass sie interessant sein könnten. Los geht's!
Zuerst einmal ein Bild von meinem jetzigen Zimmer, dass dank meines supergeilen Luftbetts endlich wirklich gemütlich geworden ist und mir auch ordentlichen Schlaf ermöglicht. Wie ihr seht bin ich nun definitiv zu 100% angekommen :) Wie ihr ebenfalls vielleicht sehen kann kommt der Frühling langsam an.
Reccegasque: 12.2.
Was fürn Ding?DIE Studententradition Uppsalas und ein unvergesslicher Abend!
Eine Gasque läuft folgendermaßen ab: alle Studenten werfen sich erstmal in schicke Kleidung. Dann geht man zu seiner Nation (langsam dürftet ihr wissen, was das ist ;)) und läuft hinter den Flaggenträgern zum Hauptunigebäude. Vor ebendiesem treffen dann aus allen Richtungen Studenten aus anderen Nationen ein und man wartet erstmal gemütlich in der Kälte.
Nachdem man sich dann ordentlich einen abgefroren hat geht's endlich grüppchenweise auf ins Unigebäude - genauer gesagt in den ultraelitären Festsaal, wo das Orchester natürlich schon auf einen wartet.
Unterbrochen von mäßig interessanten Ansprachen lauscht man dann diesem und beginnt langsam zu merken, dass man gerade an etwas ganz Besonderem teilhat. Besonders, wenn dann sogar noch die Titelmelodie von The Legend of Zelda aufgeführt wird :D
Langsam ausgenüchtert und in der perfekten Wohlfühlstimmung geht es dann wieder zurück zu seiner Nation, wo die eigentliche Gasque stattfindet.
Das wohl charakteristischste Merkmal dieser Zeremonie ist, dass man sich einfach für alles unglaublich viel Zeit nimmt und die Zeit intensiv genießt. Darum gibt es auch erstmal einen dekadenten Sektempfang zur Einstimmung.
... und nach 2 Stunden ist es dann endlich soweit: gut vorbereitet begibt man sich endlich in den Speisesaal und stimmt sich auf das (HOFFENTLICH ENDLICH BALD KOMMENDE, WIR HABEN EINEN BRAND!!!) Festmahl ein.
Bis der erste Gang kommt dauert es aber nochmal eine gute halbe Stunde (mindestens). Dafür wird man in die seltsamen Eigenheiten einer Gasque eingeführt: jeder bekommt erstmal sein persönliches Gesangsbuch, das man zu allen zukünftigen Gasques mitbringt und sich an den tollen Einträgen aller Leute vom letzten Mal erfreut. Ca. alle 2 Minuten wird dann ein Lied angestimmt, wobei man als Neuling ziemlich verwirrt ist über die zu vollführenden Dinge wie auf den Tisch klopfen, auf den Stuhl stehen oder 1000 andere songabhängige Rituale. Gefolgt wird das ganze jedesmal von einem kleinen Trunk, der natürlich auch auf eigene zeremonielle Weise durchgeführt werden muss. Die Laune ist jetzt zwar auf dem Siedepunkt, aber der Hunger beginnt langsam einen zu töten ... Aber die Katharsis macht das Ganze so großartig, denn nun beginnt der ellenlange Festschmaus endlich, zwar ständig unterbrochen durch erwähnte Zeremonien oder Ansprachen, aber das ist der Reiz an der Sache und ermöglicht den intensiven Genuss erst.
Aufgeladen mit genialstem Essen und absolut perfekter Stimmung geht der Rest dann ganz schnell .... BEREIT FÜR DIE PARTY???
"JAAAAAAAAAAAAAA!"
Bereit für eine Aftersession???
Bereit aufs Dach zu gehen?
Bereit in die Sauna zu gehen und A Capella Versionen der größten Verbrechen der 90er zu singen???
Genialer Abend und Glücksexplosion die nächsten Tage!
Besuuuuuuuch!
Vorbereitet mit meinem supersexy Luftbett war ich nun endlich bereit meine ersten Gäste zu empfangen und ihnen sowohl etwas Kultur als auch einen Eindruck meines Lebens hier nahezubringen.
Zunächst wäre da natürlich meine liebe Schwester, die leider das Pech hatte aus eurer berüchtigten Vorfrühlingssonne direkt in die zwei kältesten Wochen hier hereinzuplatzen :D Dementsprechend kalt war es ihr dann auch, was man kaum übersehen kann ... (der Pfeil weist daraufhin, worauf ihr Roboter achten solltet).
Nachdem ich ihr erstmal die Parties hier nähergebracht habe sind wir dann zusammen mit dem lieben Simon nach Stockholm. Da es wie gesagt schweinekalt war konnte man es leider (wieder mal ...) nicht in vollen Zügen genießen, weshalb wir uns alle halbe Stunde einen warmen Platz suchen mussten. Das Modern-Art Museum war da nicht der schlechteste Platz, auch wenn manche Werke schon etwas klischeemäßig "moderne Kunst" anmuteten ;) Darum haben wir uns hauptsächlich darauf beschränkt, Stühle und Ketchup zu stehlen.
Trotz der Kälte haben wir es dennoch geschafft uns ein bisschen was von der wunderschönen Stadt anzuschauen. Dies war ab einem gewissen Punkt zwar hauptsächlich der Suche nach billigem Essen geschuldet, trotzdem konnte man einen guten Eindruck dieser beeindruckend reich aussehenden Stadt erhalten. Hier gibt es einfach kein Gebäude, das nicht unglaublich teuer und traditionsreich aussieht!
Wie gesagt bekamen wir beim Anblick der köstlichen Stadt aber unendlich Hunger ...
Und wurden halb totgefroeren schließlich fündig ...
Hätten aber doch lieber das hier gegessen, hätte definitiv besser geschmeckt als dieser unterirdische Döner!
Im Iran wäre das net passiert, trotzdem gibt es gute Gründe gegen das Regime zu demonstrieren!Daumen hoch!
Nach Besichtigung der Kirche und Uni in Uppsala ...
Hielt ich es für angebracht diese vermeintlich vertrauenswürdige nette Dame nach dem Weg zurück nach Deutschland zu fragen.
Zwecks mangelnder Kooperationswilligkeit suchte sich Marie bei sinnvolleren Ansprechpartern Rat und verließ das kalte Schweden schließlich wieder. War toll mit dir und freue mich auf das nächste Mal :)
Vom 1. bis 5. März waren dann Rini und ein Freund von ihr namens Niels hier. Und diesmal meinte es jemand gut mit uns, hatten wir doch supertolles Wetter abbekommen, um nebst Saunabesuchen und Parties zumindest Zeit für einen sehr langen und erschöpfenden, aber extrem erfüllenden Tag in Stockholm zu haben und mal wirklich viel abzulaufen, was bisher leider ja nicht wirklich möglich war. Die Bilder sprechen glaube ich für sich, ein Auszug:
Da wir mit dem Auto leider so unsere Probleme hatten ...
... stiegen wir dann doch aufs Fahrrad um!
Und gleiteten zum Vasamuseum, um erst einmal ordentlich zu urinieren.
Dort begutachteten wir dann das aus dem 17. Jahrhundert stammende Schiff, das einst den Wohlstand der Großmacht Schweden symbolisieren sollte. Leider hatten sie es versäumt das Schiff so zu bauen, dass es auch stärkeren Windstößen standhält und es stattdessen vorgezogen, es mit zahlreichen erheblich zu schweren Kanonen zu beladen. Resultat: bei der Jungfernfahrt abgesoffen. Da das Ganze so peinlich war sägte man die aus 33m Tiefe hochragenden Masten teilweise ab, auf dass sich niemals jemand an diese Dämlichkeit erinnern wird. Zum Glück wurde es in den 50ern geborgen und nun samt seienr Geschichte im zugehörigen Museum ausgestellt. Lohnt sich!
Nach dieser Megatour beschlossen wir uns einfach ein Chilli zu kochen, das uns für den restlichen Besuch hält und Party zu machen!
Erste Partystation war Stockholm, wo wir zuerst in eine klassische Touristenfalle tappten. Zum Glück gab es in der Eisbar einen gratis Refill für uns Schelme, die sich in weiser Voraussicht Alkohol mitgebracht hatten!
Zum Glück kannte ich zwei Leute, die gerade in einem Hostel dort waren, also kamen wir dort unter und hatten erstmal eine schöne Gelegenheit zur Pre-Party, sowie zur Bildung einer interessanten Gruppe. Leider irrten wir danach ewig durch Stockholm auf der Suche nach einem Club unter 23, der keine 200Kronen kostet und mussten mit einer Bar Vorlieb nehmen. Nichtsdestotrotz war's eins ehr gelungener Abend, vor allem, da wir danach nochmal ins Hostel konnten und so den 5:40er Zug heim nehmen konnten!
Achja, falls sich jemand gewundetr hat, warum Sigmar Gabriel nicht im Bundestag war, als sich der Verteidigungsminister stellen musste: er bevorzugte es in Stockholm zu saufen!Brüderle war auch dabei, Gerüchte besagen die Koalition wird bald von der FDP aufgekündigt um eine Rotweingelbe Koalition in die Wege zu leiten!
Ich hoffe euch beiden hat's gefallen und freue mich schon auf die nächste Party in Stuttgart :)
Goa Goa Goa?Karaoke Karaoke Karaoke!
Und dann war es natürlich mal wieder Zeit für eine ordentliche Party auf unserem Korridor diesen Samstag. Und Freunde, das war die beste und absurdeste Party ever!Seither befinde ich mich in einem anhaltenden Glücksrausch, der einfach nicht abebben möchte :)
Begonnen hat das ganze mit einer unheimlich lahmen Pre-Party in meinem Zimmer. Ich kenne zwar nun das kränkste YouTube Video, das wohl jemals gemacht wurde (auf Anfrage gibt's den Link), da bei uns aber auch noch nix los war beschlossen wir die College Party erstmal zu verlassen und auf eine 90er Party in einem anderen Korridor zu gehen.
Dort war leider auch mal gar niemand und es schien so als würde das nix mehr mit einem guten Abend. Doch was gibt es Besseres um einen Party zu retten, als sich einfach nur den Frust wegzutanzen?Also haben wir die Party kurzerhand übernommen, die Gastgeber in die Küche verscheucht und den Soultrain mit ordentlich 90er Trash Kohlen befeuert!
Die Partystimmung war also da, auf zurück in unseren Korridor!Irgendwie war's dort trotz Menschenmasse aber wieder ziemlich mittelmäßig. Als ich mir ein neues Getränk in meinem Zimmer holen wollte stellte ich dann fest, dass sich bereits jeder dort versammelt hatte. Also kurzerhand zurück auf den Gang, alle fehlenden Leute (egal ob sie schon in Jacke am gehen waren oder nicht) gepackt und in mein Zimmer geschleift.
Und dann meine Freunde, haben wir mit circa 20 Leuten erstmal 2 Stunden eine vollkommen irrsinnige Goa/Drum'n Bass/Latino Party in meinem Zimmer gefeiert. Diverse Transen waren auch anwesend, was Simons Freund glaube ich net so gefallen hat :D
Und dann kam der Moment, wo klar war: nun beginnt die Karaoke Party. Nachdem ich mir bereits wochenlang 200 Ultrastar Songs zusammengeklaubt hatte konnte das bei dieser Stimmung nur ein Erfolg werden. Spätestens mit Wake Up als drittem Song und der passenden Animation wurde es eine legendäre Session, bei der beinahe jeder Song frenetisch zelebriert wurde. Dass sich der Raum irgendwann leerte hinderte uns nicht daran, bis um 9 weiter zu machen, was am Ende natürlich nur noch wildes Geschrei statt Gesang war. Unvergesslich wohl auch die Szene für Micke, als er um 8 ins Zimmer kam und wir uns gerade mit Messer und Gabeln bekämpften und dazu die Hives auseinandernahmen!
Konnte der Abend so enden?Wie sich das gehört musste natürlich noch ein kleiner Spaziergang in den Wald folgen, diverse Höllenbäume, Runensteine und Freiland-Friedhöfe waren zwar etwas zu viel um diese Zeit, sorgte aber auch für eine einzigartig surreale Stimmung.
Nach so einem Spaziergang und Karaoke-Marathon fühlt man sich natürlich bereit für ein feines Frühstück. Also auf zum Supermarkt und zurück in unsere wunderschön appetitliche Küche.
Nach der ordnungsgemäßen Entsorgung eines Tisches war es Zeit den lieben Oskar zu besuchen, der zum Glück schon wach war.
Da wir noch rechzeitig zum Gottesdienst kommen wollten war es um 12 dann Zeit heimzugehen und zu schlafen!
Das mag jetzt alles etwas absurd anmuten, letztlich vermischen sich all diese hier geschilderten Erlebnisse aber zu einem großen Ganzen, das die wohl beste Zeit meines Lebens und eine seither anhaltende Hochglücksphase zur Folge hat. Wenn man sich nach einem Spaziergang in der Sonne durch die Stadt im Bad seines Instituts zu LCD Soundsystem clean tanzt, bevor man sich sein Klausurergebnis "sehr gut" abholt kann das nicht verkehrt sein!
So, jetzt habe ich keine Lust mehr. Drei Stunden Arbeit sind genug. ;) Am WE steht unser Cruise nach Talinn an und das Wochenende drauf geht's endlich nach Lappland :) Wird also noch einiges zu berichten geben.
P.S.: Es fühlt sich schon total nach Frühling an, um die 0 Grad und Sonne sind anch den kalten letzten Wochen einfach Balsam für die Seele.
Abschließend ein paar Annäherungsversuche, wie ich mich gerade fühle:
Ui, jetzt hab' ich aber schon lange nix mehr hier geschrieben. Ist aber im Prinzip wie die Ursprünge des Kapitalismus, nur dass ich statt Korn im Speicher Bilder und Worte zurückhalte, um euch gieriger zu machen und somit den Preis zu erhöhen!
Zunächst einmal vielen Dank an meinen werten Herrn Vater für das Hochschicken meiner Anlage, die ich heute nun endlich abholen konnte. So professionell wie die verpackt war scheint es mir, als sei an dir ein großer Logist verloren gegangen!Die macht mein Zimmer jetzt übrigens sehr viel lebhafter, auch Dank meiner CDs und Poster schaut es langsam etwas gemütlicher aus :)
Analog zum Zimmer bleibt festzustellen, dass ich mich hier langsam richtig eingelebt habe. Wenn ich da daheim denke kommt mir das alles unheimlich weit weg und sehr lange her vor - was aber nicht heißt, dass ich nicht an euch denke. Erzähl' häufig Geschichten von euch Verrückten, muss dann aber meist feststellen, dass die meisten Dinge nicht wirklich nacherzählbar sind (z.B. zu erklären,warum ich beim Pralinenverzehr extreme Vorsicht und Misstrauen walten lasse!). Freu' mich auch schon ziemlich auf meine ersten Besucher, die bald bei mir eintrudeln werden!Kann es kaum erwarten, euch das alles hier zu zeigen :)
Allerdings sollte ich vielleicht gleich mal erwähnen, dass ich bisher noch nicht all zu viel gesehen habe, was jetzt groß als Touristenprogramm geeignet wäre oder nachzuerzählen ist. Nach wie vor war ich nämlich damit beschäftigt sehr viel Wegzugehen und habe mittlerweile schon recht viele Leute, mit denen man regelmäßig rumhängt und gerade dabei ist, sich etwas persönlicher Kennenzulernen bzw. zu richtigen Freunden zu werden. Ich kann nur sagen, dass ich hier echt sehr viele interessante und extrem sympathische Leute kennengelernt habe, die alle herrlich offen und abgedreht sind!
Suzanne kennt ihr schon, die andere ist Michelle aus den USA. Eine ziemlich explosive Kombo, die meine Fähigkeiten den richtigen Weg zu finden sehr gerne anzweifelt!
Wir formieren gerade eine neue Band, Trollrock meets Fleet Foxes und IT-Nerd Elektronik!Könnte geil werden.²
Jonas, mal wieder ein Deutscher. Super Musikgeschmack und auch sonst echt sehr dufte, erinnert mich manchmal bissl an Tobi. War schon in Lappland, die Sau!
Hier mal ein Flogsta-Korridor, der im Gegensatz zu unserem auch ein wirkliches Wohnzimmer hat. Die meisten Leute auf dem Bild kenne ich noch net so gut, Laura (von der ich leider kein Bild habe) aus Österreich und ebenfalls aus meinem Kurs hat mich dahin mitgenommen. Jeder hat was Feines gekocht, sodass wir sehr viel verschiedene Köstlichkeiten hatten. Danach noch ein ziemlich toller Abend geworden mit einer lustigen Zwischenepisode auf dem Weg zum Weinholen in meinem Zimmer: Red Bull Man feiert mit 2 Freunden eine Party im Aufzug. Gab Zeug gratis, die Typen waren leider ziemliche Idioten.
Allison, auch Alley, natürlich aus den USA, in ihrem Putzoutfit. Ihr Wein hat das Spülen wesentlich versüßt :) Wohnt zwar net bei uns im Korridor, ist aber sehr häufig da und ist kurioserweise meine erste Anlaufstelle, wenn ich mal wieder was in der Küche suche. Hat monatelang zu jedem Deutschen "Donkah!" gesagt und dachte dasn wäre perfekt verständlich. Wer errät was gemeint ist?Zu gewinnen gibt es einen Kuriositätenkühlschrank mit Beerfest DVD und einem besonderen Gast! (Hinweis: ich übernehme keien Garantie für eventuell beschädigte Karottenfächer)
Daragh aus Irland. Schwerer zu verstehen als schwedisches Kauderwelsch. Hat mir nach der letzten Party ein großartiges und vor allem nachhaltiges Geschenk in Zimmer & Bad hinterlassen. Ist aber trotzdem extrem nett und immer für guten britischen Humor zur Verfügung!Und ich glaube er hat seine Lektionen gelernt. Übrigens auch aus meinem Kurs.
Die hübsche Frau da ist Katie aus Hawaii. Kenne ich noch net so gut, hatten aber schon ein paar echt lustige Festchen zusammen. War auch schon in Lappland, die Sau!
Anna aus Kanada und Viv aus Australien. Beide supersympathisch, extrem lustig und außerordentlich guter Musikgeschmack ...
Oskar und Alex, Schweden. Gehören eigentlich auf ein Bild mit Viv und Anna. Beschreibung einfach von Viv und Anna runterkopieren. Wohnen alle in Flogsta und daher für wunderbare Aftersessions und gemeinsames Heimlaufen unverzichtbar!Mehr dazu später.
Andrew aus Chicago. Findet Berkeley aber liberaler als Schweden. Einer der wenigen Jura Austauschstudenten (macht auch irgendwie Sinn). Nenne ihn weiterhin häufig Edward, weil ich ihn falsch im Handy gespeichert hatte und bekomme es net mehr ausm Kopf. Sehr locker und immer spontan dabei, wenn man ihn anschreibt!Haben ein gemeinsames geheimes Projekt hier in Uppsala :)
KÜLTÜÜÜÜR!
Wie bereits erwähnt habe ich bisher noch net so viel Vorzeigbares gesehen, da man hier irgendwie automatisch eine "Ich bin noch so lange hier, da habe ich genügend Zeit mir alles anzuschauen"-Einstellung bekommt.
Nichtsdestotrotz habe ich zumindest schon ein bisschen was gesehen und fange jetzt auch bald an Pläne & Gruppen für Touren zusammenzustellen. Sollte ja etwas zu bieten haben, wenn bald meine ersten Gäste kommen :) Unglücklicherweise muss ich gerade jetzt anfangen zu lernen ...
Also, fangen wir mal an. Vor 2 Wochen waren wir mit dem Kurs in Stockholm und haben uns den Reichstag angeschaut.
War eigentlich ziemlich gut, hat gefallen!Interessante Führung und erstaunlich vielschichtiges und traditiosnreiches Gebäude. Besonders interessant war aber natürlich die Debatte im Parlament, in der sich die Integrationsministerin einer Anfrage der Linkspartei stellen musste. Da die Ministerin ihre Antwort vorformuliert hatte konnte ich da kaumw as verstehen, die spontane Entgegnung der Linksfrau habe ich aber erstaunlich gut verstanden. Klingt alles unspektakulär, was es auch ist, hat mir trotzdem irgendwie gefallen. Highlight war definitiv der einstündige Vortrag über 'ne unabhängige Einrichtung im Parlament, die auf Anfrage weltweit vergleichende Infos zu allem möglichen liefert!Die Frau sprach das schlechteste Englisch, das ich je von einem Schweden gehört habe und war extrem aufgewühlt --> zu Beginn dachten alle, die wäre besoffen und wir mussten uns ganz ganz hart den Lachkrampf verkneifen. Später ist dann die Hälfte eingeschlafen. Groß!
Danach wollten wir uns eigentlich die Stadt n bissl anschauen, leider ist mir direkt nachdem wir ausm Parlament raus sind der Akku leer gegangen. Wir waren zudem auch irgendwie net so in der Stimmung eine riesen Tour zu machen. Trotzdem hat die Stadt einen ziemlich genialen Eindruck gemacht, wunderschöner Baustil überall und ganz viel Wasser. Die gefrorenen Flüsse faszinieren mich ja noch immer, treiben überall Eisschollen und in Teilen spielen Leute Hockey auf risiegen Flussstücken oder malen Zeug in den Schnee. Alles durch sehr viele Brücken verbunden. Leider hat das ganze den Nachteil, dass es zwar superschön zum Anschauen ist, im Winter aber einfach nur unglaublich kalt und lebensfeindlich wirkt, weil von überall der extreme Wind reinbläst. Dementsprechend haben wir uns dann nach zwei Stunden Sight-Seeing dazu entschlossen, einen Pub aufzusuchen und nach 'nem Bier wieder heimzufahren. Zug Verbindung ist übrigens klasse, knappe 40Min!Und das schönste and er Reise war wohl, dass sich aus unserer anfangs ziemlich zufällig zusammengewürfelten Spaltergruppe nach anfänglich extrem seltsamer Atmosphäre eine ziemlich coole Gruppe gebildet hat, so dass ich jetzt auch ein paar Leute ausm Kurs ganz gut kenne und echt super Leute zum Weggehen gefunden habe. Bilder gab's ja oben schon ein paar, leider hab' ich keins von Oli und Laura, die beide auch echt spitze sind!
Werde Stockholm aber hoffentlich nächste Woche nochmal in Angriff nehmen, wenn es Portemonnaie und Lerndruck zulassen. Mal schauen.
Es folgen: ein paar Bilder aus Uppsala. Was bestimmt auch sehr zum langsam heimisch fühlen beiträgt, beziehungsweise einen auf diesen Umstand aufmerksam macht ist die Tatsache, dass man sich mittlerweile schon ganz gut in der Stadt auskennt und schon an sehr vielen Ecken war. Die Stadt schrumpft so ziemlich zusammen und ist viel kleiner, als ich es zuerst gedacht hatte. Etwa 2-3x Tübingen, denke ich. Das gefällt mir aber ziemlich super, fühle mich weiterhin unglaublich wohl und werde die nächsten Tage mal versuchen ins Evolutionsmuseum, den Dom und noch ein paar andere Sachen zu gehen!Desweiteren freue ich mich wahnsinnig auf den Sommer, denke die Atmosphäre hier wird traumhaft :) Der Winter ist hier aber auch ganz großartig und märchenidyllisch!
Wer auf den folgenden Bildern die Alien-Utopsie Station (in der Alien Menschen untersuchen, nicht umgekehrt) findet kann eine schwedische Spezialität gewinnen: das Schnee-Gewächshaus. Endlich können sie sich ihren eigenen Schnee ganz selbst im Garten zücten und retten dadurch das Leben zahlreicher Polarexpediteure, die ihn bisher unter Lebensgefahr bis in ihren örtlichen Supermarkt transportieren mussten!
Bevor ich diese Bilder gemacht habe hatten wir übrigens mal ein paar Tage Tauwetter, was sich besser anhört, als es ist: sofort gefrieren alle Gehsteige und Straßen wieder zu und man verpasst regelmäßig den Bus, weil man 10 Min für den 2 Min weg braucht ...
So schaut es übrigens aus, wenn die Schweden am Wochenende ihren Alkohol einkaufen. Wie ihr hoffentlich alle wisst, gibt's hier alles über 3,5% nur in speziellen Läden, genannt "Systembolaget", wobei eigentlich niemand weiß, was das genau bedeuten soll. Dort treffen sich dann wirklich jung und alt, arm und reich, krank und gesund etc., wer einen Querschnitt der schwedischen gesellschaft sehen will sollte dort mal hingehen!
Es besteht allerdings berechtigte Hoffnung, dass die EU Mitgliedschaft Schwedens in den nächsten Jahren zur Abschaffung dieses Systems führen könnte. Diese Info und folgendes Bild sind der Beweis, dass ich hin und wieder auch mal Unterricht habe:
I'm a festival, I'm a parade!
So, wenn ich schn erzähle, dass ich so viel unterwegs und am Feiern bin sollte ich auch mal ein paar ausgewählte Bilder präsentieren. Wie für den ganzen Blog gilt: das Gezeigte ist unter Umständen nicht immer repräsentativ, da ich die Kamera net immer dabei habe und vor allem net immer fotografieren möchte, wie der letzte Iidot ;) Trotzdem hoffe ich euch etwas einen Eindruck verschaffen zu können!
Elektroparty in der Smålands Nation:
Supergenial war das, mit die beste Elektroparty auf der ich je war. Waren zwar nur die letzte Stunde da und haben deshalb lange gezögert noch den Eintritt zu zahlen, als wir uns dann aber entschlossen haben reinzugehen herrschte eine geschlossene Extrem-Tanzwut, die den Abend ziemlich genial machte!
White Trash Party im Korridor:
Vergangenen Samstag hatten wir dann die erste Party in unserem Korridor. Lieder habe ich es versäumt, Bilder von der Party selbst zu machen, aber die schiere Menge von schätzungsweise 150-200 Leuten war einfach nur abartig, die Musik genial und die Leute alle mega gut drauf. Ich denke die Bilder vom nächsten Tag deuten darauf hin:
(wer findet hier die lustige Obskurität?)
Flogsta Afterchilling:
Die meiste Zeit sind wir allerdings eher in den Pubs der verschiedenen Nationen unterwegs. Da diese aber meist zwischen 1 und 2 schließen hatten wir wie ganz weit oben bereits erwähnt öfters mal eine Aftersession hier in Flogsta.
Z.B. im berüchtigten Red Room:
Gestern bzw, heute ging das Ganze dann bis um 10, weil es sich für die Leute, die Kurse hatten ab einem gewissen Punkt nicht mehr gelohnt hätte, ins Bett zu gehen. Was unsere Gehirne aber mehr zermalmt hat als der Schlafmangel, war die unerträgliche Musikfolter. Begonnen hatten wir mit einer genialen 3 stündigen "Mixtape-Session", bei der jeder einen Song spielen darf und danach den anderen Vorschlägen lauscht, bis er wieder dran ist. Das war unglaublich genial, hab' viele gute neue Tipps bekommen und die Leute haben alle einen wahnsinnig guten Musikgeschmack. Ich durfte dann um 6 oder so den geplanten Abschlusstrack machen, natürlich habe ich Dredgs Skulptur für die Ewigkeit "The Canyon Behind Her" gewählt. Leider hat der Chor Alex dann irgendwie dazu gebracht diese komische Mönchschormusik reinzumachen, die vor paar Jahren mal in den Charts war. Das Ganze endete dann darin Remixes aus dem Dreck zu machen und schließlich nur noch dieses dämliche Lied für 4 Stunden zu hören, bis uns allen der Schädel geplatzt ist. Klingt merkwürdig?War es auch, dennoch ein extrem genialer Abend/Morgen.
Fortschrittlich wie die Schweden sind haben wir natürlich sämtliche Musik nur über Oskars Pralinen-Laptop gehört:
(wer das net zum Schreien komisch findet soll zur Hölle fahren!)
Zukunft:
Huff dauert das lange so einen Eintrag zu schreiben. Falls jemand durchgehalten hat würde ich hier noch Pläne für die Zukunft hinschreiben, interessiert vermutlich niemanden, aber so kann ich dann abhaken. Stockholm und Uppsala Aktivitäten schreibe ich mal net hier rein.
* Gasque am Samstag: Schwedische Studententradition. Man zieht sich schick an, bekommt ein 3 Gänge Menü. Durchsetzt wird das ganze durch merkwürdige Trink- und Singrituale, sodass man anschließend bereit ist auf eine dicke Riesenparty zu gehen. Wird noch öfter stattfinden und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen :)
* Booze-Cruise: Für knapp 25 Kronen (also nichts) gibt es hier die Möglichkeit nach Helsinki oder Talinn zu fahren. Man ist dann praktisch ein WE bzw. ein halbes auf dem Schiff, macht dort Party, schaut sich die Stadt an, nutzt die billigen Alkoholpreise dort und bringt Zeug heim. Machen ziemlich viele Schweden.
* Lappland-Trip: Fangen wir jetzt auch mal an zu planen. Die Berichte der letzten Gruppe waren genial, allerdings ziemlich teuer. Daher überlegen wir uns "nur" mitm Zug hochzufahren, bissl Hundeschlitten fahren oder so um eben mal die Atmosphäre dort zu genießen, Nordlichter hoffentlich sehen und dann gleich wieder zurück. Wird gigantisch und klappt hoffentlich irgendwie!
*Karaoke Abend: Hab' mir jetzt auch Ultrastar runtergeladen und 100 exquisite Songs dazu, von daher werde ich bei mir demnächst einen fulminanten Karaoke Abend veranstalten. Danke an Tobi :)
* Kalmar Aktivitäten: Wie schonmal geschrieben meine Nation, dementsprechend werde ich auch mal in den verschiedenen kulturellen Angeboten vorbeischnuppern. Morgen trifft sich die Theatergruppe, nächste Woche werde ich mal zum Chor, außerdem gibt's nen Mixtape Kreis. Bin sehr gespannt :)
Hier übrigens der Kalmar Pub, der schon sowas wie eine Stammkneipe geworden ist, in der man schon jetzt dauernd Leute trifft, die man gut kennt, ohne sich vorher zwingend verabreden zu müssen. Herrliche Atmosphäre, ich liebe es:
Vi ses!
So, jetzt habe ich endgültig keine Lust mehr. Ich weiß echt nicht, ob der Blog so wie ich ihn gerade weiterführe überhaupt noch interessant ist für andere und net eher mir selbst hilft die letzten Wochen zu rekapitulieren, für euch aber total langweilig und repetetiv ist. Von daher würde ich mich sehr über Kommentare freuen, ob ich so weitermachen soll oder was ich ändern soll etc., würde mir sehr weiterhelfen und ich wäre äußerst dankbar :) Der nächste Eintrag wird evrmutlich bissl länger dauern, da ich jetzt erstmal Klausuren habe und danach gleich zweimal Besuch bekomme. Dementspreched möchte ich nochmal auf die Möglichkeit hinweisen ein Headset zu kaufen und mit mir zu skypen: "hannesbrotkornmehl" mein Name.
Wünsche euch allen eine schöne Restprüfungs und Ferienzeit und möchte noch erwähnen, dass ich derzeit häufig Träume habe, in denen Leute von euch plötzlich hier sind. Scheinbar vermisse ich euch also doch ein bisschen, auch wenn ich mir momentan einbilde hauptsächlich laute Musik beim Autofahren zu vermissen!
In den Schlaf begleiten soll euch das tollste "Kamera mit Blitz auf fremden Idioten-halten" Bild, das je geschossen wurde. Denkt an ihn: